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Ludger Eversmann

Die Große Digitalmaschinerie

Zur Rekonstruktion des Historischen Materialismus mit den Mitteln der Computerwissenschaften

ISBN 978-3-8288-4038-6
298 Seiten, Hardcover
Tectum Verlag 2017
39,95 €
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Details

„Was, wenn überhaupt etwas, ist falsch am Kapitalismus?“, fragte Rahel Jäggi in der wieder aufgeblühten Debatte um das Ende des Kapitalismus. Tatsächlich lässt sich belegen, dass etwas falsch ist am Kapitalismus, sogar intrinsisch falsch. Dennoch kann dieser Kapitalismus gerechtfertigt sein – wegen seiner „transitorischen Notwendigkeit“, wie Karl Marx es genannt hat; er muss die Mittel hervorbringen, die andere, neue Zustände ermöglichen. Die Mittel, um in neue, nicht-kapitalistische ökonomische Zustände zu gelangen, sind – durchaus als Conditio sine qua non – auch technische Mittel, und tatsächlich sind es genau diese Mittel, die der Kapitalismus in seiner Spätphase hervorbringt. Und (nur) insofern wäre nichts falsch am Kapitalismus.

Ludger Eversmann zeigt unter Bezugnahme auf die Überlegungen des späten Joseph Schumpeter, dass die Reife der wirtschaftlichen Entwicklung bis zum allgegenwärtigen Überfluss einerseits und die Reife der technischen Produktionsmittel bis zur Vollkommenheit andererseits, die Schumpeter als Voraussetzung für den Übergang in einen demokratischen Sozialismus gesehen hat, die markanten analytischen Fixpunkte der Gegenwart darstellen. Noch immer vielfach unverstanden, warten diese Mittel geradezu darauf, ergriffen und in eine wirksame politische Strategie zur Hervorbringung stabiler, nachhaltiger und humaner Lebensverhältnisse umgesetzt zu werden. Dazu zwingen nicht nur die Erschöpfung fossiler Ressourcen und die sich auftürmenden Bedrohungen des Klimawandels, sondern auch die Erschöpfung der moralischen Ressourcen nur noch auf Sicherung und Erweiterung ihrer gigantischen Reichtümer bedachter Eliten. 

Große Transformationen in Organisationen und Gesellschaften, die sich auf die Neudefinition wesentlicher ordnungsbildender Elemente erstrecken, haben als Entwicklungstreiber immer sowohl erzwingende als auch ermöglichende Faktoren. Ludger Eversmann zeigt, wie das zweiseitige Schwert der Digitalisierung als epochenspezifischer ermöglichender Akzelerator des Wandels wirkt und dabei nolens volens hilft, die Entwicklung in Riesenschritten dem Stadium der Reife anzunähern.

Die Zeit für ein epochales transformatorisches Projekt scheint so nah wie nie zuvor.

AutorenporträtLudger Eversmann

Ludger Eversmann, geboren 1953, studierte zunächst Philosophie und Psychologie. Es folgte eine Zeit als Musiker, ein Studium der Wirtschaftsinformatik und schließlich eine Berufstätigkeit in der SAP-Beratung. Die große Frage, wie eine wünschenswerte Änderung der Lebenswelt herbeigeführt werden kann, tauchte nach dem in der Hinsicht ergebnislosen Philosophie-Studium wieder auf in einer Promotion in Wirtschaftsinformatik über die Fragestellung, ob ein vorgeschlagenes forschungsleitendes Wissenschaftsziel Vollautomation des Unternehmens sinnvoll und rational durchführbar sein kann, und ob es mit Vernunftgründen zu rechtfertigen ist. Diese offensichtlich noch immer unerledigte Fragestellung, die heute unter dem Label Digitalisierung die Diskurse füllt, hat Ludger Eversmann in einer Reihe von Publikationen seither weiterverfolgt und bearbeitet. Er bloggt auf Ludger-Eversmann.de