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Matthias Herrmann (Hg.)

Dresdner Kreuzchor und
zeitgenössische Chormusik

Ur- und Erstaufführungen zwischen Richter und Kreile

ISBN 978-3-8288-3906-9
358 Seiten, Hardcover
Tectum Verlag 2017
29,95 €
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Dresdner Kreuzchor und zeitgenössische Chormusik

Details

Der Bogen dieses Buches wird von der Frühzeit des 20. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart (2015) gespannt, also von Otto Richter (Kreuzkantor 1906–1930) bis hin zu Roderich Kreile, der 1997 das Kreuzkantorat übernahm. Seit den Kantoraten Rudolf Mauersbergers und Martin Flämigs zwischen 1930 und 1990 ist die Pflege zeitgenössischer Musik repräsentativ im Repertoire des Dresdner Kreuzchores verankert. Dank unzähliger Ur- und Erstaufführungen, ja Wiederaufnahmen wurde die Moderne kontinuierlich der großen Kreuzchorgemeinde nahegebracht, in der Kreuzkirche wie an anderen Aufführungsorten, auch außerhalb Dresdens.

Galt in den 1930er-Jahren das Interesse u. a. Günter Raphael und Ernst Pepping, so war es später Rudolf Mauersberger, in den 1950/60er-Jahren Heinz-Werner Zimmermann und Hans Werner Henze, in den 1970/80er-Jahren Frank Martin, Alfred Schnittke, Mikis Theodorakis und Udo Zimmermann. Unter Kreuzkantor Roderich Kreile haben verstärkt Professoren der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber für die Kruzianer komponiert. Auch Werke außereuropäischer Komponisten sind für Kreile von Interesse, wie die Uraufführung der „Pilgerfahrten“ von Chaya Czernowin (Boston) 2006 im Festspielhaus Hellerau anlässlich des 800-jährigen Dresdner Stadtjubiläums belegt.

Den Einstieg ins Buch bieten ehemalige Kruzianer, die eine musikalische Laufbahn eingeschlagen haben und sich der Moderne ihrer Chorzeit erinnern; erwähnt seien stellvertretend Peter Schreier, Hartmut Haenchen, Torsten Rasch und Eckehard Stier. Während die Kapitel zu den Kantoraten zwischen Otto Richter und Matthias Jung aus der Feder von Musikwissenschaftlern stammen, berichtet Roderich Kreile im Schlusskapitel über die Stellung der Moderne beim Kreuzchor in der jüngsten Vergangenheit. Zu zehn ausgewählten Uraufführungsprojekten unter seiner Leitung nehmen die Komponisten selbst Stellung, ergänzt durch dokumentarisches Material.

  • Matthias Herrmann: 1955 im Erzgebirge geboren, ab 1966 Mitglied des Dresdner Kreuzchores. Studium der Musikwissenschaft an der Universität Leipzig, Tätigkeiten an der Sächsischen Landesbibliothek (Musikabteilung) und beim Sächsischen Tageblatt Dresden (Kulturredaktion). Promotion über die wettinische Hofmusik um 1500 in Dresden, Habilitation über das Werk Rudolf Mauersbergers. Wissenschaftlicher Assistent am Heinrich-Schütz-Archiv in Dresden. Seit 1993 Professor für Musikgeschichte am Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Herausgeber der Buchreihen Dresdner Schriften zur Musik und Schriften des Dresdner Kreuzchores (Tectum Verlag Marburg) sowie Sächsische Studien zur älteren Musikgeschichte (Verlag Klaus Jürgen Kamprad Altenburg). Zahlreiche Publikationen und Vorträge im In- und Ausland, zuletzt in Japan und Österreich.