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Jörg Musiol

Vergangenheitsbewältigung in
der Bundesrepublik

Kontinuität und Wandel in den späten 1970er Jahren

ISBN 978-3-8288-9116-6
110 Seiten, Paperback
Tectum Verlag 2006
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Vergangenheitsbewältigung in der Bundesrepublik

Details

Die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur und ihren Verbrechen hat unsere Republik von Beginn an geprägt und wird weiterhin aktuell bleiben. Auch zukünftige Generationen werden sich dem schwierigen Nachlass der NS-Zeit stellen und einen Bezug zu den historischen Ereignissen dieser dunklen Phase der deutschen Geschichte finden müssen. Dieses wird mit wachsender zeitlicher Distanz nicht einfacher, da die Bevölkerung zwangsläufig immer weniger über lebensgeschichtliche Erfahrungen mit der NS-Vergangenheit verfügen wird und sich nur noch über Interpretationen einen Zugang verschaffen kann. Der Umgang mit der NS-Vergangenheit war stets mühsam und beschwerlich. Die neu aufgerichtete Republik arrangierte sich schnell mit den NS-Altlasten, ohne sie letztlich wirklich zu verarbeiten. Integration der Beteiligten stand zunächst im Vordergrund. Erst Jahrzehnte später scheint sich in den öffentlichen Diskussionen um die beiden hochrangigen konservativen Politiker Filbinger und Carstens eine tiefergehende emotionale Bewältigung zu vollziehen. Zeitgleich fand die Ausstrahlung der amerikanischen TV-Serie „Holocaust“ eine so breite Resonanz in der Bevölkerung, dass sich die Beharrungskräfte alter Bewältigungsmuster endgültig auflösten. In der Gesellschaft der späten 1970er Jahre ging es nicht mehr nur um die Geschehnisse in der NS-Zeit selbst, sondern erstmals auch um den aktuellen persönlichen Umgang damit.