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Carsten F. G. Reinhardt

Das Sterben Senecas

277 Todesfälle und die Rolle des Arztes in der frühen römischen Kaiserzeit

ISBN 978-3-8288-4013-3
532 Seiten, Hardcover
Tectum Verlag 2017
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Details

In der Debatte über gesetzliche Neuregelungen der Sterbehilfe, die in bestimmten Fällen mit dem Willen von Patienten Ärzten und Pflegepersonal erlaubt werden soll, vertreten vor allem Altertumswissenschaftler, Medizinethiker und Medizinhistoriker die Auffassung, dass in der Antike, vor allem in der frühen römischen Kaiserzeit, ärztliche Selbst-Tötungsassistenz keine Seltenheit war. Ein konkreter Beweis für die Gültigkeit dieser Hypothese steht aber noch aus. Steht zum Beispiel der Tod des Augustus in Zusammenhang mit ärztlicher Tötungsassistenz? Standen den Mördern der Kaisersöhne Germanicus und Drusus ärztliches Wissen und ärztliche Beihilfe zur Verfügung? War an der Ermordung des Kaisers Claudius tatsächlich ein Arzt beteiligt? Hat sich der Philosoph und Staatsmann Seneca von seinem Leibarzt Anneus Statius die Adern öffnen und zum Zwecke der Selbsttötung den Schierlingsbecher reichen lassen? Holte Nero tatsächlich ärztlichen Rat ein, bevor er seinen Stiefbruder Britannicus kurz vor dessen 14. Geburtstag vergiften ließ?

Carsten Reinhardt analysiert zur Beantwortung dieser Frage 277 unnatürliche Todesfälle dieser Zeit sowie die soziokulturellen Rahmenbedingungen ärztlichen Handelns im römischen Kaiserreich anhand historischer Quellen und ergründet, ob eine ärztliche Tötungsassistenz im Falle Senecas und anderen namentlich bekannten unnatürlichen Todesfällen des Untersuchungszeitraums nachweisbar ist.

Carsten F.G. Reinhardt studierte Humanmedizin in Bochum und Lübeck und erhielt von der Ruhr Universität Bochum aufgrund eines ordentlichen Promotionsverfahrens den Grad eines Dr. med. übertragen. Er arbeitete in verschiedenen Kliniken und Praxen als Internist, und lebt und arbeitet heute als Facharzt in Nordrhein-Westfalen.