Ein paar Worte zur Marburger Geschichte
Die Ursprünge Marburgs gehen ins 9. Jahrhundert zurück. Der heutige Schloßberg war Sitz eines spätkarolingischen Adelsgeschlechts. Erstmals urkundlich erwähnt wird Marburg aber erst 1138 als Besitz des Landgrafen von Thüringen.
1228-31: Die heilige Elisabeth wirkt in Marburg und gründet hier ein Hospital. Auf Jahrhunderte ist Marburg deshalb Ziel von Pilgern aus vielen Ländern.
- 1235: Der Deutsche Orden beginnt den Bau der Elisabethkirche. Sie gilt mit der Liebfrauenkirche in Trier als der erste rein gotische Bau auf deutschem Boden.
- 1236: Unter Anwesenheit von Kaiser Friedrich II. feiert Marburg zu Ehren der heiligen Elisabeth das wohl größte Fest in der Geschichte der Stadt.
- 1248: Sophie von Brabant, Tochter der heiligen Elisabeth, begründet in Marburg das Land Hessen.
- 1348/49: Die Pest wütet in Marburg.
- 1527: Landgraf Philipp von Hessen gründet in Marburg die erste protestantische Universität der Welt.
- 1529: Unter Teilnahme von Luther, Zwingli und vielen anderen Reformatoren findet das „Marburger Religionsgespräch“ statt. Die Einigung des Protestantismus scheint greifbar nahe, in der Frage des Abendmahlsverständnisses findet man jedoch nicht zueinander.
- 1690: Denis Papin konstruiert in Marburg die erste Dampfmaschine.
- 1802/03: Die Brüder Grimm, Clemens Brentano und Bettina von Arnim wirken und leben in Marburg (Marburger Romantikerkreis).
- 1866: Nach der Annektion durch Preußen nehmen Stadt und Universität einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.
- 1901: Emil von Behring erhält den Nobelpreis für Medizin.
Im zweiten Weltkrieg bleibt die Stadt unzerstört und hat auch den Sanierungswahn der 50er und 60er-Jahre gut überstanden. Die Altstadt ist komplett restauriert und bietet mit ihren verwinkelten Gassen, dem Landgrafenschloß und der Elisabethkirche ein schönes Ziel für Besucher und ein angenehmes Wohnen für Einheimische. Natürlich ist Marburg Provinz, doch es ist geistvolle Provinz (so hat es Walter Jens einst für Tübingen formuliert), von den etwa 70.000 Einwohnern sind fast 20.000 Studenten, die Universität ist der größte Arbeitgeber. Kann es einen besseren Ort für einen Wissenschaftsverlag geben?
 Die Marburger Elisabethkirche mit dem Grab der heiligen Elisabeth, erster rein gotischer Bau auf deutschem Boden.
 Die Altstadt mit Pfarrkirche und Landgrafenschloß. Hier fand 1529 das Marburger Religionsgespräch statt.
 Alte Universität, ehemaliges Dominkanerkloster, hier wurde 1527 die erste protestantische Universität der Welt gegründet. Unser Verlag ist von hier nur wenige Meter entfernt.
 Bild aus dem Marburger Steinweg, Sitz des Tectum Verlags bis 2009.
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