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Christina Kaindl-Hönig

Theater ohne Illusionen

Georg Büchners Ästhetik der Emanzipation

ISBN 978-3-8288-2646-5
426 Seiten, Paperback
Tectum Verlag 2011
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Theater ohne Illusionen

Details

In Verschränkung mit dem historischen und kulturphilosophischen Kontext veranschaulicht Theater ohne Illusionen die Auffassung, dass Georg Büchners Dramen als stringente Fortführung seiner politischen, sozialrevolutionären Praxis mit den Mitteln des Theaters aufgefasst werden können. Beginnend mit Dantons Tod und kulminierend in Woyzeck, versuchte Büchner bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts, mit einer materialistisch fundierten Ästhetik ein geschichtsbewusstes Erkenntnismittel von Realität bereitzustellen. Christina Kaindl-Hönigs Buch zeigt, wie Büchners kritische Konzeption eines 'Theaters ohne Illusionen' den entlarvenden Blick auf gesellschaftliche Herrschaftsstrukturen zu schärfen sucht, um mit dieser Ästhetik der Emanzipation in den Menschen das Bewusstsein für selbstbestimmtes Handeln zu erwecken. Vor dem Hintergrund der inszenatorischen Verhüllungen heutiger Medien gewinnt dieser politisch-ästhetische Ansatz ungeahnte Aktualität.
  • Christina Kaindl-Hönig studierte Theaterwissenschaft und Philosophie an der Universität Wien und arbeitete mit zahlreichen internationalen Regisseuren im Sprechtheater und in der Oper (u.a. mit Götz Friedrich, Peter Stein, Herbert Wernicke, Wilfried Minks und Paulus Manker). Seit 2001 ist sie als freie Autorin mit dem Schwerpunkt auf Theater für österreichische, deutsche und Schweizer Printmedien wie etwa für den Berliner Tagesspiegel, die Basler Zeitung und das österreichische Theatermagazin Bühne tätig. Zudem unterrichtet sie als Lektorin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien und arbeitet seit 2009 als freie Dramaturgin für das Schauspiel der Salzburger Festspiele.
  • „Mit kriminalistischem Gespür verfolgt die Autorin Büchners Sozialisierung und Politisierung zwischen Massenarmut und kleinstädtischer Bürgerlichkeit. […] Christina Kaindl-Hönig ist es in dem Buch verdienstvoll gelungen, Büchners Werk inmitten seines Engagements für eine bessere Welt darzustellen. Mit scharfem Blick für Details gelingt der Autorin auch der Bogen in die Gegenwart.“
    (Salzburger Nachrichten, November 2011)
  • „Die Autorin arbeitet in ihrer fundierten Studie detailliert heraus, wie sich die historischen Verhältnisse des frühen 19. Jahrhunderts – das repressive Staatssystem und die Massenarmut – auf Büchners Absage an die Bühnenkonventionen seiner Zeit auswirkten. Eine wertvolle Analyse des Umfelds eines Unruhegeistes.“
    (Petra Rathmanner in der Wiener Zeitung vom Dienstag, 27. Dezember 2011)
  • „Mit seinem Slogan ‚Friede den Hütten, Krieg den Palästen’ wäre er heute Teil der Empörungswelle, damals riskierte er damit sein Leben und musste schließlich als Aufrührer liehen. Die Rede ist von Georg Büchner, dem zum Klassiker avancierten Revolutionär, über den […] Christina Kaindl-Hönig die beeindruckende Monografie ‚Theater ohne Illusionen’ vorgelegt hat. Die Autorin verfolgt darin klug, umfassend und ungemein detailreich die These, dass seine Stücke […] als stringente Fortführung seiner politischen Praxis mit den Mitteln des Theaters aufzufassen seien.“
    (Bühne, 2/2012)