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Sven Deppisch

Täter auf der Schulbank

Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust

ISBN 978-3-8288-4050-8
676 Seiten, Hardcover
Tectum Verlag 2017
39,95 €
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Details

Ohne die Polizei wäre der Holocaust nicht möglich gewesen. Während des „Dritten Reichs“ befand sich ihre bedeutendste Schule in Fürstenfeldbruck bei München. Hunderte von Männern aus ganz Deutschland besuchten dort spezielle Kurse, in denen die Ordnungspolizei sie zu ihren Offizieren ausbildete. Neben hartem Drill und Paragraphen standen „Bandenkampf“ und Antisemitismus auf dem Lehrplan. Ausgestattet mit diesem Wissen zogen zahlreiche Oberbeamte nach Ende ihrer Kurse in den „auswärtigen Einsatz“, aus dem erschreckend viele von ihnen als Massenmörder und Kriegsverbrecher zurückkehrten. Nach Kriegsende führten sie ihre Karrieren einfach fort, ohne jemals angemessen bestraft worden zu sein.

Sven Deppisch beleuchtet erstmals die Geschichte der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Er zeigt, wie die Nationalsozialisten ihre führenden „Gesetzeshüter“ für den Holocaust trainierten. Die Studie analysiert das Ausbildungssystem der NS-Diktatur und veranschaulicht, welche Fächer und Inhalte es in den besonderen Lehrgängen gab. Darüber hinaus deckt sie auf, wie das Leben an ihrer herausragenden Lehranstalt aussah und an welchen Massenverbrechen sich ihr Personal beteiligte. Dabei bringt sie ans Licht, dass in der deutschen Ordnungsmacht von der Weimarer Demokratie bis weit in die Bundesrepublik hinein die gleichen Denkweisen, Einsatzmuster und Feindbilder existierten, auf denen ihr schrecklicher Beitrag am Judenmord basierte.

 


AutorenporträtSvenDeppisch
Sven Deppisch studierte Neuere und Neueste Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Politische Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seine Forschungsschwerpunkte sind vor allem die Geschichte der Polizei, der Nationalsozialismus und der Holocaust. Der promovierte Historiker arbeitet in den Bereichen Redaktion, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.

„In seinem wahrlich dickleibigen Buch räumt Deppisch mit der Legende von der angeblich "sauberen" Polizei des "Dritten Reiches" auf. […] Wenn Deppisch somit resümiert, ohne die Polizei sei der Holocaust nicht durchführbar gewesen, kann man ihm nur vorbehaltlos zustimmen.“
Bürgerrechte & Polizei/CILIP" 115 im April 2018

„Die Dissertation von Sven Deppisch […] ist ein großer Wurf. [...] Die Studie ist glänzend geschrieben und sollte in keiner Bibliothek von Lehrenden, Forschenden und Studierenden fehlen, die sich mit dem Herrschafts- und Unterdrückungsapparat des NS-Regimes beschäftigen. Sie darf durchaus mit Michael Wildts berühmt gewordenen Band Generation des Unbedingten verglichen werden.“
Gerhard Neumeier ‒ Zeitschrift für Geschichtswissenschaft Heft 3/2018

 „Lange galt die Polizei in der NS-Zeit als unbescholten. [...] Seit den 90er-Jahren schauen Historiker nun genauer hin, [...] erkennen auch die tragende Rolle der Polizei. Deppisch ist nun der Erste, der sich gründlich mit der Ausbildung dieser Führungskräfte beschäftigte.“
Susanne Leinemann – Berliner Morgenpost vom 12.03.2018

„Der Historiker Sven Deppisch hat in Archiven des In- und Auslands über die Polizeioffiziere, ihre Ausbildung und Einsätze recherchiert. Seine hervorragende Arbeit schließt eine Forschungslücke.“

Peter Bierl – Süddeutsche Zeitung, 23.11. 2017

„Erschreckende Ereignisse. Sven Deppisch hat sie in seinem Buch akribisch aufgelistet.“

Bayerisches Fernsehen – Sendung „Kontrovers“ vom 22.11.2017