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Kerstin Mendler

Fontane und das exotisch
Fremde

Fremdheitsmotivik im Werk Theodor Fontanes

ISBN 978-3-8288-2352-5
101 Seiten, Paperback
Tectum Verlag 2010
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Fontane und das exotisch Fremde

Details

Das Eigene und das Fremde sind Grundmotive der Literatur. Auch in den Romanen des Realisten Theodor Fontane tauchen sie in wechselnden Konstellationen auf, werden verklärt oder entzaubert. Während etwa Lehnert Menz in Quitt das ferne Amerika als Sehnsuchtsort und Fluchtpunkt wählt, kommt in L’Adultera das begehrenswert Fremde in der Form eines außerehelichen Verhältnisses zur Sprache. Fontane spielt mit den Elementen der Exotik, benutzt sie, um Widersprüche, überholte Konventionen und persönliche Illusionen aufzudecken in stets wechselnden Varianten: Manche Figuren stammen aus fernen Ländern, andere sind von unbekannter Herkunft. Auch ein markantes Aussehen oder melusinenartige Züge verkörpern Exotik. Viele Charaktere werden von dem Verlangen nach Exotik angetrieben und träumen von fremden Gestaden. Dabei steckt hinter dem Verlangen oft nur der Wunsch nach Liebe. Kerstin Mendler bietet einen breiten Überblick über das Fremdheitsmotiv im Werk Theodor Fontanes. Anhand des Romans Effi Briest, der Erzählung Schach von Wuthenow und anderen Werken Fontanes wird veranschaulicht, welche Varianten der heimatverbundene und gleichzeitig weltgewandte Schriftsteller aufgreift.
  • Die Fremde und die Exotik waren ein gängiges Motiv zu Fontanes Zeiten. Die Autorin arbeitet die vielschichtige Art und Weise heraus, mit der Fontane dieses Motiv handhabt: Da ist das Exotische, das sich gefährlich in den Weg stellt (Effi, vom ‘Chinesen’ angestoßen, landet beim Ehebruch), das man als Flüchtling aufsucht und dabei nicht glücklich wird (Lehnert in Quitt) oder das spielerisch als Selbstverwirklichung erstrebt wird. Das Letztere ist der Fall bei Leo von Poggenpuhl, dem Gegenbild seines Bruders, des Aufsteigers. Die Studie liest sich gut; Mendler trägt ihre Wahrnehmungen und Deutungen in leicht fasslicher Weise, ja in einem sympathischen Erzählton vor.
    (Dr. Martin Lowsky, Theodor Fontane Gesellschaft, Nr. 40 - Juni 2011)