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Horst Groschopp

Dissidenten

Freidenker und Kultur in Deutschland

ISBN 978-3-8288-2771-4
536 Seiten, Paperback
Tectum Verlag 2011
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Dissidenten

Details

In Medien und Politik wird in Deutschland aktuell überreichlich „unsere jüdisch-christliche Kultur“ betont. Der Wunsch bestimmt den Gedanken, denn über 35 Prozent der heutigen deutschen Bevölkerung ist konfessionsfrei – früher wurde „konfessionslos“ gesagt. In dieser Gruppe finden sich viele Weltanschauungen: Agnostiker, Atheisten, Evolutionisten, freie Christen, säkulare Juden und Muslime, Freidenker, Humanisten oder einfach nur Gott- oder Nichtgläubige. Diese Menschen nannte man bis 1936 standesamtlich „Dissidenten“.

Das vorliegende Buch erzählt ihre Entstehungsgeschichte als Kulturvorgang, berichtet, warum und in welchen Variationen sie Glaubensfreiheit forderten, für die Trennung von Staat und Religion sowie von Schule und Kirche eintraten und was ihre Verbände politisch wollten und unternahmen. Die alten Überlegungen wirken bis in unsere Gegenwart. Sie gingen in die Weimarer Verfassung und von dort ins Grundgesetz ein. Auch lebensweltlich tradieren sie sich, geht es doch auch heute um Ethik-, Lebenskunde- und Religionsunterricht, Sterbehilfe, „geborene Verbrecher“, „kulturelle Vererbung“, „Hooligans“ und um Humanismus. Auch jetzt wird gefragt, was die Interessen der Konfessionsfreien gegenüber den noch mächtigen Kirchen sind und wie sie sich organisieren sollten, um ihren Ansprüchen Gehör zu verschaffen. Da lohnt sich ein Blick in die Zeit, als die Konfessionsfreien noch Dissidenten hießen.

  • Horst Dissidenten
    Dr. Horst Groschopp, Berlin, geb. 1949 in Zwickau, habilitierter Kulturwissenschaftler; Mitherausgeber, Redakteur und Autor bei den Mitteilungen aus der Kulturwissenschaftlichen Forschung (1979-1997, 37 Bde.; Fortsetzung unter kulturation.de); an der Humboldt-Universität zu Berlin angestellt von 1971-1996, zuletzt als Hochschullehrer; bis 1988 Veröffentlichungen zur historischen Arbeiterkultur (u. a. Zwischen Bierabend und Bildungsverein; 1985, 2. Aufl. 1987); ab 1985 Arbeiten zur Kulturgeschichte der deutschen Freidenker; seit 1997 Direktor der Humanistischen Akademie Berlin; Veröffentlichungen zur Theorie und Geschichte des modernen Humanismus; Herausgeber der Reihen humanismus aktuell (Berlin 1997-2009), der Schriftenreihe der Humanistischen Akademie Berlin (ab 2008, bisher fünf eigene Bände); gleichzeitig Direktor der Humanistischen Akademie Deutschland (ab 2009) und Herausgeber von deren Schriftenreihe (bisher vier eigene Bände); Redakteur der Online-Zeitschrift humanismus aktuell (ab 2010); Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands (2003-09); im vorliegenden Buch greift der Autor Studien von 1989-1993 wieder auf zur Kulturgeschichte der DDR, deren Kultursystem und dessen Ende.
  • Näheres zur Person:

    http://www.horst-groschopp.de
    http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_Groschopp

  • „Die verbesserte Neuauflage im Tectum-Verlag bietet die interessante und wahrscheinlich unverzichtbare Darstellung einer Geschichte der freidenkerisch-humanistischen Bewegung in Deutschland, die für die Anhänger und Protagonisten aller säkularen Konzepte wohl zur Pflichtlektüre zählen sollte. […] Wohl nicht zuletzt ist „Dissidenten“ zur Standardliteratur der Geschichte von Freidenkern und ihren Organisationen geworden, weil die Fülle der Darstellungen über Hintergründe der an der zur Gründung des Weimarer Kartells führenden Personen, Vereine und ihren Ansichten einer Laienperspektive nach, außerordentlich groß ist und damit sicherlich viele problematische Wissenslücken schließen kann.“