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Kai Arne Linnemann

Das Erbe der Ostforschung

Zur Rolle Göttingens in der Geschichtswissenschaft der Nachkriegszeit

ISBN 978-3-8288-8397-0
249 Seiten, Paperback
Tectum Verlag 2002
25,90 €
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Das Erbe der Ostforschung

Details

Die Konjunktur der interdisziplinären Ostforschung fand mit der Eroberung Königsbergs und der deutschen Kapitulation 1945 ein jähes Ende. Ihre Mitarbeiter und ihre Protagonisten flohen in den Westen, stets mit dem Versuch, die alten Netzwerke intakt zu halten, ihre Verwicklung in den Nationalsozialismus jedoch abzuschütteln. Die Untersuchung „Das Erbe der Ostforschung“ zeigt, wie die Historiker nach dem Abbruch der Ostforschung wieder beruflich und wissenschaftlich Fuß fassen konnten. Göttingen war dabei der Fluchtpunkt, in dem Personen und übriggebliebene Ressourcen zusammenliefen. Hier gelang Hermann Aubin und Erich Keyser der Ansatz zur Teilrekonstruktion alter Strukturen. Forscher wie Werner Conze und Reinhard Wittram entwickelten individuelle Strategien, gewannen Abstand zur alten Ostforschung und fanden statt finanziellen Ressourcen ein gereinigtes wissenschaftliches Erbe oder eine ethische Verpflichtung. Die Legitimationsstrategien, mit denen Historiker nach 1945 ihren Neubeginn motivierten, hatten langfristige Auswirkungen auf die Ausformung unterschiedlicher Richtungen der Geschichtswissenschaft der Bundesrepublik. Über den Autor: Kai Arne Linnemann, M.A., Jg. 1972; Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politikwissenschaft und Deutschen Philologie an der Universität Göttingen von 1994-2000; derzeit Arbeit an einer Dissertation zum Thema „Der Akademiker als Bürger“ am Beispiel des Philosophen und Pädagogen Herman Nohl; seit 2002 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen.
  • "Auf einer breiten Literaturbasis beschreibt Linnemann zunächst die Ostforschung vor 1945 als 'kämpfende Wissenschaft', um dann ausführlich zu schildern, wie die Ostforschung durch den 'Fluchtpunkt Göttingen' rotierte, ihre Netzwerke nutzte, sich entnazifizierte, sich Stellen verschaffte und die wissenschaftliche Tätigkeit auf die neuen Verhältnisse umwidmete. (...) Insgesamt ist die Arbeit äußerst informativ und die Argumentation überzeugend und weiterführend."
    (Thomas Etzemüller in Neue Politische Literatur; Jg. 49, 2004)