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Geralf Gemser

Darf eine Schule diesen Namen
tragen?

Zur Vorbildwirkung des Wehrmachtsgenerals Erich Hoepner

ISBN 978-3-8288-8927-9
272 Seiten, Paperback
Tectum Verlag 2005
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Darf eine Schule diesen Namen tragen?

Details

Über umstrittene Namen von Bundeswehrkasernen ist in den letzten Jahrzehnten immer wieder heftig diskutiert worden. Dass im Einzelfall aber auch Schulnamen dringend einer näheren Betrachtung und Bewertung bedürfen, beweist der Fall der Erich-Hoepner-Oberschule in Berlin. Das Gymnasium ist benannt nach einem Wehrmachtsgeneral, welcher einerseits als Befehlshaber dem Hitlerschen Größenwahn ,sehr erfolgreich’ zu Diensten war, der aber andererseits seine Beteiligung am 20. Juli 1944 mit dem Leben bezahlen musste. Unter Einbeziehung von Archivmaterial sowie zahlreicher Informationen und Bewertungen der Nachkriegsforschung wird hier erstmals eine kritische Gesamtdarstellung zum Wirken Erich Hoepners vorgelegt. Dieses Buch wird sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schule für Gesprächsstoff sorgen. Geralf Gemser M.A., geb. 1970 in Zschopau, studierte Politikwissenschaften, Neuere und Neueste Geschichte sowie Sozial- und Wirtschaftsgeographie an der Technischen Universität Chemnitz.
  • Geralf Gemser M.A., geb. 1970 in Zschopau, studierte Politikwissenschaften, Neuere und Neueste Geschichte sowie Sozial- und Wirtschaftsgeographie an der Technischen Universität Chemnitz.
  • „Gemser stellt schlüssig heraus, dass die Motive Hoepners, sich am 20. Juli zu beteiligen, wohl weniger „grundlegender Natur“ gewesen sind, sondern vorwiegend seiner persönlichen Degradierung sowie der militärisch ausweglosen Lage geschuldet waren. (...)Lesenswert ist das Buch denn auch vor allem aufgrund des gut recherchierten Mittelteils über den mörderischen Wehrmachtsgeneral, wirft dessen Biografie doch erneut ein bezeichnendes Bild auf die mitunter zweifelhaften Hintergründe des militärischen Widerstandes."
    (Felix Wiedemann, literaturkritik.de www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10476)
  • „Gemsers Buch reflektiert sachlich und wissenschaftlich fundiert die Handlungen und Haltungen eines führenden Wehrmachtgenerals, zeigt die vielfach gebrochene Rezeption des Generals in der Öffentlichkeit nach 1945 bis heute und ist – auch für Schüler der Sekundarstufe II – gut lesbar. Kurz: Das Buch leistet einen aufschlussreichen Beitrag zur Geschichte der Erinnerungskultur an der Nahtstelle von Militär und Pädagogik. Es gehört in jede gute Bibliothek, auch und gerade Schulbibliothek.“
    (Wigbert Benz, shoa.de www.shoa.de/content/view/630/389/)
  • „Eine dem Stand der wissenschaftlichen Forschung entsprechende Biographie fehlte bisher. Gemser legt, gestützt auf den Nachlass und andere Quellen, erstmals eine kritische Gesamtdarstellung vor, die im Hinblick auf die Namensgebung zwei Fragen erörtert: Wie sah Hoepners Aufstieg unter dem Hakenkreuz aus, wir hat dieser Nazigeneral die Hitlerschen Maximen für die Kriegsführung umgesetzt? Gemser lässt sich von der Floskel ‚wegen Beteiligung an dem Umsturzversuch hingerichtet’ nicht abhalten und untersucht sehr genau, was dieser Mann am 20. Juli 1944 wann getan hat. Der Legendenbildung ‚im Widerstand bis Moskau’ wird jede Grundlage entzogen.“
    (Bulletin für Faschismus- und Weltkriegsforschung, 28/2006)
  • „Über [die] historischen Abläufe stellt Gemser ein umfangreiches Material zusammen. Bei seinen Untersuchungen stellt er viele Zusammenhänge her, kontaktiert Experten, sucht natürlich auch die Verbindung zur Schule in Berlin, um dann die seiner Meinung nach alles entscheidende Frage zu stellen: Darf eine Schule den Namen Erich Hoepner tragen? […] Gemser geht es dabei nicht darum, auf das Leben des Wehrmachtsgenerals im Nachhinein ,Steine zu werfen’. Ihm ist allein wichtig, dass ein Namenspatron, noch dazu der für eine Schule, die einen klar definierten Bildungs- und Erziehungsauftrag hat, auch eine ,Vorbildfunktion’ erfülle. Und genau diese, so seine Schlussfolgerung, sei bei Hoepner eben nicht zweifelsfrei gegeben.“
    (Peter Bretschneider, Freie Presse Chemnitz, 8. Januar 2007)
  • „Das Berliner Erich-Hoepner-Gymnasium ist besonders stolz auf seine musische Ausrichtung, und das wohl auch zu Recht. Im krassen Gegensatz dazu steht allerdings der Name der Schule. […] Denn es ist umstritten, ob man dem General gerecht wird, wenn man sich lediglich auf den 20. Juli konzentriert. Und selbst sein Wirken beim geplanten Umsturz wird heute eher als zögerlich und passiv bewertet. Seit Jahren engagiert sich der Chemnitzer Historiker Geralf Gemser für eine Umbenennung des Gymnasiums und hat inzwischen ein Buch […] vorgelegt. Darin wird unter anderem aus Flugblättern zitiert, die Hoepner über dem belagerten Warschau abwerfen ließ und in denen er warnte: ,Für jeden deutschen, in Warschau gefallenen Soldaten werden zwanzig von euch erschossen!’ […] Nach seiner Entlassung aus der Armee, so schildert es Gemser, kehrte Hoepner verbittert nach Berlin zurück und schloss sich schließlich dem Widerstand an. Die Chancen für eine Umbenennung des Gymnasiums stehen nicht schlecht.“
    (Philip Grassmann, Süddeutsche Zeitung, 7. März 2006)
  • „Die von Geralf Gemser vorgelegte Arbeit stellt keine umfassende Biographie Erich Höpners dar, sondern beschränkt sich bewusst auf die für die Fragestellung relevanten Entwicklungsschritte Höpners und greift diese auch immer wieder heraus, um das handeln Höpners in einen Zusammenhang mit seinem gesellschaftlichen Umfeld und seiner Funktion zu bringen. [...] Geralf Gemser beschränkt sich nicht auf eine Darstellung, sondern sein Werk wertet im Hinblick auf die Leitfrage des Buches bewusst nach normativen Maßstäben.“
    (Benjamin Huhn, Informationen - Studienkreis Stiftung deutscher Widerstand, Nr. 65, 5/2007)
  • „Viele interessierte Leser die nach Erklärungen suchen, finden eine Vielzahl von Quellen, welche der Autor Geralf Gemser in einzigartiger Weise recherchiert hat.“
    (Prof. Dr. Wolfgang G. Walkhoefer, LipsCity, 3/2009)