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Christian Otto
Die Grünen und der Pazifismus
Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum Verlag: Politikwissenschaften, Band 48
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Unbestritten waren die Grünen in ihren ersten Jahren eine pazifistische Partei. Seit dem ersten Kampfeinsatz von Bundeswehr-Soldaten 1998/99 im Kosovo-Krieg unter rot-grüner Regierungsverantwortung sind die Meinungen heute jedoch zweigeteilt: Die einen werfen Bündnis 90/Die Grünen den grundsätzlichen Verzicht auf alte Ideale vor. Die anderen argumentieren, nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und der starren Machtblöcke seien veränderte Positionen zum Umgang mit bewaffneten Krisen und Konflikten unausweichlich geworden. Die grüne Partei sei dennoch pazifistisch. Gerade der parteiinterne Streit um Auslandseinsätze der Bundeswehr, der die Austragungsfläche für den Pazifismus-Disput lieferte, legt eine scheinbar starke Dehnbarkeit des Pazifismus-Begriffs nahe.
Was macht also eine pazifistische Grundhaltung aus? Müssen auch Pazifisten bisweilen zur Waffe greifen? Auf der Suche nach Antworten setzt sich Christian Otto in diesem Buch kontrovers mit Pazifismus-Theorien auseinander und beleuchtet dabei wichtige Zeitabschnitte der Parteigeschichte der Grünen. |
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| Christian Otto
Christian Otto war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und studierte Politikwissenschaft, Anglistik und Neuere Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen, M.A. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Landesgeschäftsführer eines Jugendverbands und ist jetzt wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bürgermeisterin bei der Stadt Gießen. |
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„Ausgerechnet unter Regierungsverantwortung der Bundes-Grünen beteiligen sich Bundeswehr-Soldaten 1998/99 im Kosovo am ersten Kampfeinsatz Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg. [...] [Christian Otto] hat sich nun analytisch fundiert mit diesem vermeintlichen Makel auseinandergesetzt und das gründlich recherchierte Buch „Die Grünen und der Pazifismus“ vorgelegt.
[...] Um die Entwicklung der Grünen und ihre Anpassung an sich wandelnde internationale Herausforderungen nachzuvollziehen, hat Christian Otto drei zentrale Zeitabschnitte ausgewählt: die unmittelbare Entstehungszeit; die Jahre nach der deutschen Vereinigung mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Bosnien-Krieg als Zäsuren; die Ereignisse um den deutschen Kosovo-Kriegsbeschluss. [...] Dabei geht es Otto nicht um die Rechtfertigung grüner Politik, vielmehr beleuchtet er kritisch und mithilfe eines schlüssigen analytischen Instrumentariums die unterschiedlichen Positionen, zeigt ausgewogen deren Stärken, Schwächen und Widersprüche auf und verortet sie jeweils im historischen Kontext.“ |
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Benjamin Lemper, Gießener Anzeiger |
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