Im Jahr 2005 haben erstmals mehr Deutsche die Bundesrepublik verlassen als Bundesbürger zurückgekehrt sind – mit steigender Tendenz. Während bei früheren Auswanderungswellen vor allem gering qualifizierte Personen Deutschland verließen, finden sich unter den heutigen Auswanderern immer mehr hochqualifizierte. Als rohstoffarmes Land ist Deutschland auf Akademiker allerdings in besonderer Weise angewiesen, um auch in Zukunft Innovationsfähigkeit, Wachstum und Wohlstand sicher zu stellen.
Stefan Remhof befasst sich mit den Gründen, die Akademiker zur Auswanderung aus Deutschland bewegen und damit, welche Auswirkungen dieser Brain Drain hat. Außerdem werden mögliche Gegenmaßnahmen von politischer wie auch wirtschaftlicher Seite erörtert, die der zunehmenden Auswanderung Hochqualifizierter entgegenwirken können. Eine Besonderheit stellt hierbei die durchgeführte Expertenbefragung dar, wofür namhafte Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gewonnen wurden, die die Ergebnisse der Untersuchung unterstützt und kritisch reflektiert.
Stefan Remhof ist für seine Studie mit dem zweiten Platz des Theo-Münch-Sprachpreises ausgezeichnet worden. Alljährlich zeichnet die
Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache Abschlussarbeiten von Studierenden
aus, die nicht nur fachlich hervorragend, sondern auch in einem ausgezeichneten
Deutsch geschrieben sind. Die Kriterien für die Preisvergabe sind
Ausdrucksstärke, Sprachstil, Grammatik, Rechtschreibung und Vermeidung
überflüssiger Anglizismen.
Der Autor studierte
International Business an der Hochschule Pforzheim. Während seines Studiums
beschäftigte er sich insbesondere mit den Arbeitsbedingungen deutscher
Mediziner im Ausland.
Rezensionen
„Das Buch ist allen zur Lektüre zu empfehlen, die sich für die differenziert herausgearbeiteten verschiedenen Facetten von Brain Drain und Brain Circulation im wissenschaftlichen Bereich interessieren: Mobilität von Studierenden, Beschäftigungsverhältnisse von Hochschulabsolventen, Profil und zeitlicher Umfang der Auswanderung, Gründe für die Abwanderung, die in der Globalisierung sowie in internen Arbeitsmarktbedingungen in Deutschland gesehen werden (Hochschulpolitik, Spitzenforschung, Bürokratie, Karrieremöglichkeiten, Arbeitsbedingungen, Gewinnmaximierung, Steuergesetzgebung), Einschätzungen zu gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen (Bildungskredite, demografische Entwicklung, Fachkräftemangel, Sozialsysteme) sowie Gegenmaßnahmen wie etwa die gezielte Anwerbung von Hoch- und Höchstqualifizierten aus dem Ausland.“
Karin Zimmermann, die hochschule. journal für wissenschaft und bildung 1/2010