Eine Einführung am Beispiel der NATO-Intervention im Kosovo
Können Kriege gerecht sein? Kann der gezielte Tod Unschuldiger moralisch sein, wenn damit andere gerettet werden? Dürfen Staaten gegen den Willen der Vereinten Nationen Kriege führen? Brisante Fragen in einer Zeit, in der NATO-Staaten, allen voran die USA, in immer mehr Regionen kriegerisch eingreifen. Obwohl die Vereinten Nationen bei Kriegseinsätzen in jüngster Vergangenheit offen missachtet wurden, reklamierten die Entscheidungsträger Gerechtigkeit für ihr Handeln. Lassen sich diese Behauptungen überprüfen?
Stefan Gruber liefert eine Einführung in die wohl wichtigste Theorie der Kriegsethik: Die Lehre vom gerechten Krieg. Sie basiert auf römisch-christlichen Ursprüngen und ist dennoch bis heute aktuell, wie an der NATO-Intervention im Kosovo im Jahr 1999 beispielhaft gezeigt wird. Neben einer detaillierten Darstellung der Theorie wird im Buch diskutiert, wie sie weiterhin einen sinnvollen politischen Beitrag zur Weiterentwicklung von Völkerrecht und Menschenrechtsschutz leisten kann. Vermag sie auch Einfluss auf die Zukunft des Gewaltverbots in der Staatengemeinschaft zu nehmen?
Stefan Gruber, geboren 1976 in Frankfurt am Main, studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Politologie an den Universitäten Frankfurt am Main, Mainz und Sydney, bevor er seine Ausbildung zum Volljuristen am Landgericht Frankfurt am Main abschloss. Er forschte an der Shanghai Jiao Tong Universität und in Peking und war zuletzt Visiting Scholar an der IUCN Academy of Environmental Law, University of Ottawa. Gegenwärtig hält er ein mehrjähriges Forschungsstipendium der juristischen Fakultät der University of Sydney.
Seine bisherigen Veröffentlichungen konzentrieren sich auf verschiedene Themengebiete des Völkerrechts, der nachhaltigen Entwicklung, des Umweltrechts und des Kulturschutzes. Sein Interesse gilt dabei vor allem den Regionen Asien und Ozeanien. Derzeit lebt und arbeitet er als Jurist und Consultant in Sydney, Australien.
Rezensionen
„Diese Ergebnisse sind spannend und auch die abschließende Diskussion, ob die Idee des gerechten Krieges oder das Völkerrecht Ausgangspunkt und Rechtfertigungsgrundlage möglicher Konflikte sein sollten, ist erhellend.“
Magnus-Sebastian Kutz, Zeitschrift für Politikwissenschaft, 2/2009
„[Es] gelingt ihm, den Leser strukturiert in die Lehre vom gerechten Krieg einzuführen und ihn zum Mitdenken zu motivieren.“
Sebastian Thomas in: Welt Trends Zeitschrift für internationale Trends, 11/12 2009