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Nils Göbel
„Wir können keine Form erfinden, die nicht in uns vorhanden ist“
Gattungsfragen, Intertextualität und Sprachkritik in ‘Abschied von den Eltern’ und ‘Fluchtpunkt’ von Peter Weiss |
| Jeder Autor steht unter dem Einfluss einer Unzahl von Prätexten. Kein Text entsteht ohne Berufung auf vorhandene Gattungen, intertextuelle Rückbezüge oder durch die zur Niederschrift verwendete Sprache. Die Textklassifikation ‘Autobiographischer Roman’ für ‘Abschied von den Eltern’ und ‘Fluchtpunkt’ ist problematisch. Es gilt im Besonderen mit Hilfe von Philippe Lejeunes Modell des ‘Autobiographischen Paktes’ zu hinterfragen, welche Produktivität sich hinter dieser offenbaren contradictio in adjecto verbirgt. Nils Göbel hinterfragt das Modell des ‘Autobiographischen Romans’ in Bezug auf Peter Weiss. Er sucht nach Überschneidungen von Lebenslauf und poetischer Darstellung und ergründet anschließend vor allem, an welchen Stellen Weiss aus welchen inszenatorischen Gründen abwich. Bezüge zu anderen Texten stellt Göbel vor allem zu Werken Kafkas, Henry Millers und Hamsuns her. Einige der Motive in Weiss’ Texten können durch das Aufdecken der intertextuellen Bezüge in einem erweiterten Horizont der Lesarten bewertet werden. Sprache selbst ist für Weiss sowohl ein Identität stiftender Faktor als auch ein Werkzeug zur politischen Aussage. Gerade die behandelten Schriften markieren einen Wendepunkt in seinem Umgang mit Sprache. Nach ihrer Fertigung stand ein neues, wenn auch nicht völlig unkritisches Konzept einer Sprache, die befreit ist von Anklängen an die „Sprache der Folterknechte und Mörder“. |
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| Nils Göbel
Nils Bernstein (geb. Göbel) ist Lehrbeauftragter an der Universität Wuppertal und Hannover. Das Studium der Germanistik, Theaterwissenschaft, Komparatistik sowie den Zusatzstudiengang Deutsch als Fremdsprache absolvierte er 2006 an der Universität Mainz. In den Jahren 2006/07 hielt sich Bernstein für zwei Semester an der Universidad de Chile in Santiago auf und arbeitete dort als DAAD-Assistenzlektor. In seiner im Rahmen der Landesgraduiertenförderung mit einem Stipendium unterstützten Dissertation setzte er sich mit Phraseologismen im Werk von Nicanor Parra und Ernst Jandl auseinander. Die Arbeit wurde von Herrn Prof. Dr. Matías Martínez (Wuppertal) betreut. Bernstein veröffentlichte Artikel und Rezensionen u.a. über die Autoren E.T.A. Hoffmann, Ernst Jandl, Heinrich von Kleist, Nicanor Parra, Pablo Neruda, Oskar Pastior und Arno Schmidt.
Weitere Informationen zu Lebenslauf, Publikationen und Promotionsprojekt finden Sie hier: http://www.zgs.uni-wuppertal.de |
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| „Obgleich die Genrefrage diese beiden Texte betreffend in der Weiss-Forschung längst geklärt zu sein scheint, erweist sich die Lektüre der vorliegenden Arbeit als lohnenswert, da eine gewissenhafte Zusammenfassung auf dem aktuellen Forschungsstand präsentiert wird und stets interessante Verweise literaturhistorischer und -ästhetischer Art dargeboten werden. [...] Es bleibt der Eindruck einer lebendigen und lesenswerten Arbeit.“ |
| Melanie Gohlke, Peter Weiss Jahrbuch 16/2007 |
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| „Die umsichtige Studie zeigt, wie sehr Peter Weiss durchaus vorgegebenen Mustern verpflichtet ist und daraus seinen eigenen künstlerischen Anspruch entwickelt.“ |
| Peter Hanenberg, Germanistik |
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