Clemens Heni
Salonfähigkeit der Neuen Rechten
›Nationale Identität‹, Antisemitismus und Antiamerikanismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland 1970-2005: Henning Eichberg als Exempel |
| Eine unheilige Allianz aus völkischen Rechten und antiimperialistischen, sich links glaubenden Positionen macht überholt geglaubte nationalistische Denkmuster in Deutschland derzeit wieder salonfähig. Henning Eichberg steht als Symbolfigur für diese Entwicklung. Seit den späten 1960er Jahren ist er Wortführer der Neuen Rechten, mit antiamerikanischen Ressentiments suchte er aber in den 1980er Jahren auch eine Annäherung an die noch jungen Grünen. Er liebäugelt zudem mit der PDS. Clemens Heni untersucht in diesem Buch anschaulich Eichbergs gegenintellektuellen Werdegang und zeigt anhand zahlreicher Beispiele aus Wissenschaft und Publizistik die Entwicklungslinien der Salonfähigkeit neu-rechter Ideologeme in der politischen Kultur der BRD auf. |
zurück zur Übersicht
|
| Clemens Heni
Dr. phil. Clemens Heni, geb. 1970, Studium der Philosophie, Geschichte, Empirischen Kulturwissenschaft und Politikwissenschaft in Tübingen, Bremen, Berlin und Innsbruck. |
 |
| Homepage des Autors: http://clemensheni.net |
|
| |
|
| „Henis Buch ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis rechter Entwicklungen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten. [...] Eine der wichtigsten Arbeiten zum Thema in den letzten Jahren und deshalb zur gründlichen Lektüre empfohlen.“ |
| Wolfgang Veiglhuber im Infobrief des DGB Bildungswerk Bayern 2/2007 |
|
| „Die große Leistung von Clemens Heni besteht darin, den Weg der Umprofilierung Eichbergs vom Rechtsradikalen alter Couleur zu einem völkischen Antikapitalisten neuer Couleur nachzuzeichnen (seit 2004 arbeitet er an der Zeitschrift ‚Volkslust’ mit), die Quellen dieser Umorientierung zu benennen und die Bedeutung der ‚Neuen Rechten’ im Kontext der gegenwärtigen Umbrüche und Entwicklungen in der Bundesrepublik zu analysieren. Das Gerede von der ‚nationalen Identität’ hat die Mitte der Gesellschaft längst erreicht. Die ‚Neue Rechte’ ist salonfähig geworden.“ |
|
Dr. Martin Jander, hagalil.com |
|
| „Den Anspruch, ausreichend Licht auf den ‚Fall Eichberg’ zu werfen’, hat Heni überzeugend eingelöst. Er hat ‚Eichbergs neu-rechte Ideologeme, die sich nicht selten als genuin nationalsozialistisch dechiffrieren lassen’, herausgearbeitet, evident ist die offensichtliche Bezugnahme von Neonazis auf Eichberg. Deutlich wurde die Entwicklung neu-rechter Deutungskultur (Karl Rohe) zur gesamtgesellschaftlichen Soziokultur bzw. der Umstand, dass die NR mitnichten als eingrenzbare, abseits der Gesellschaft stehende verschworene Gemeinschaft aufzufassen ist. Klar wurde ihre Rolle als ‚Stichwortgeberin’ und Ideologieproduzentin, deutlich wurde auch die unselige Toleranz der restlichen Gesellschaft. Insbesondere die Toleranz des akademischen Mainstreams gegenüber rechtsextremen Topoi ist mehr als irritierend.“ |
|
Elmar Maibaum in KontrAST 6/2007 |
|
| „Nicht viele Wissenschaftler verstehen – so wie Heni – Wissenschaft als Kritik, die auch nicht davor zurückscheut aktuelle Ereignisse und Stellungnahmen zu analysieren. Heni beweist, dass man ein wissenschaftliches Buch so schreiben kann, dass es auch eine spannende Lektüre wird für jeden, der sich mit Politik in Deutschland und Österreich beschäftigt.“ |
|
Karl Pfeifer in Die Jüdische |
|
| „Heni definiert die Neue Rechte nicht als Rechtsabweichung von der CDU, sondern als »national-sozialistische« Ideologie nach Auschwitz. In einem Beitrag zum renommierten »Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte« von 1989 durfte Eichberg das Märchen verbreiten, die »Vernichtung von kulturellen Minderheiten« sei in Nazideutschland »geheimgehalten« worden und »vielen Deutschen nicht bekannt« gewesen. Seine Masche ist, Auschwitz als Folge des »industriellen Rassismus« zu relativieren, der Indianer, Inuit, Sinti, Juden und Deutsche gleichermaßen getroffen habe. Diese Sichtweise bietet Anknüpfungspunkte für Umweltschützer, Regionalisten und Antiimperialisten. Eichberg sei ein Vorreiter der Verharmlosung von Auschwitz gewesen, schreibt Heni.“ |
|
Peter Bierl in Jungle World |
|
| „Wer sich in die Argumentationsweise der Neuen Rechten einlesen und erfahren will, wo und wie sich diese mit der der deutschen Linken kreuzt, dem sei das ausgezeichnete, aber auch recht umfangreiche Buch ans Herz gelegt.“ |
|
unter dem strich |
|
| „Die Stärke der Studie liegt im empirischen Teil, in dem der Autor Eichbergs Werk und dessen Rezeption interpretiert. [...] Besonders spannend ist diesbezüglich das Verhältnis zu den Grünen in ihrer Anfangszeit. Für das empirische Kapitel hat der Autor enorm recherchiert und zahlreiche Wirkungen von Eichbergs Arbeit auf die politische Kultur der Mitte der Gesellschaft akribisch nachgezeichnet und ideologiekritisch analysiert.“ |
| Zeitschrift für Politikwissenschaft, 4/2007 |
|
| „Auf breiter Ebene geht Heni solchen Beispielen nach, verweist immer wieder auf die Quellen solchen Denkens und belegt, dass Eichberg nicht immer, aber viel zu oft auf wohlwollende Zustimmung aus der Mitte der Bundesrepublik stieß – von linken wie konservativen Kreisen, von Wissenschaft und Publizistik. Wer wissen möchte, wie neurechte Strategeme in die Praxis umgesetzt werden und wie ihnen argumentativ zu begegnen sei, der lese Clemens Henis umfangreiche Studie.“ |
|
Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung |
|
| „Heni setzt sich äußerst kritisch mit der Rezeption Eichbergs im Fachbereich der Politikwissenschaft sowie in Teilbereichen der Geistes- und Sportwissenschaften auseinander. [...] Henis umfangreiche Auseinandersetzung mit den Eichberg-Texten und die detailreiche Biografie Eichbergs, die sich oberflächlich durch ideologisch-politische Brüche von rechts nach links kennzeichnet, zeigen sowohl die antisemitischen Einstellungen als auch die Kontinuität in Eichbergs neu-rechtem Denken auf. Henis Ergebnisse stehen somit im Kontrast zur Selbst- und Fremdverortung Eicherbergs innerhalb der politischen Linken. Anhand vielfältigster Beispiele aus Wissenschaft und Publizistik gelingt es Heni weiterhin aufzuzeigen, wie sich neu-rechter Ideologeme aktuell in der politischen Kultur Deutschlands entwickelt und verbreitet haben.“ |
| Eva Leuschner |
|
| „Der Autor erstellt keine abstrakte Bedrohungsanalyse, sondern legt am Beispiel eines »gegen-intellektuellen« Wortführers der Neuen Rechten die milieuüberschreitenden Netzwerkverbindungen antidemokratischer Kräfte offen. Fast beiläufig entsteht ein beklemmendes Panorama deutscher Kultur-, Politik- und Wissenschaftsgeschichte nach 1945.“ |
| Martin Kloke, Tribüne - Zeitschrift zum Verständnis des Judentums |
|
|
|