Eine empirische Untersuchung des Kommunikationsverhaltens von nordamerikanischen Studentinnen und Studenten
Eine herausragende Rolle für die Aufrechterhaltung und Reproduktion der bestehenden gesellschaftlichen Geschlechterhierarchie spielt als allgegenwärtiges Handlungssystem die Sprache bzw. sprachliches Verhalten. Gespräche bilden das Medium, in dem sich Individuen darstellen und gesellschaftliche Beziehungen aufbauen. Hier erleben sich Frauen und Männer als sozial Handelnde. Gespräche sind somit gleichermaßen ein Mittel zur Bildung von Realitäten wie auch ein Abbild derselben. Vor diesem Verständnishintergrund wird das Kommunikationsverhalten von amerikanischen Frauen und Männern in Diskussionsgesprächen untersucht. Inwieweit spiegelt sich hier das bestehende gesellschaftliche Machtgefälle zwischen den Geschlechtern wieder? Wie gehen Frauen und Männer in Diskussionsgesprächen miteinander um? Verhalten sie sich in gemischtgeschlechtlichen Gruppen anders als in Interaktionen mit Angehörigen des jeweils eigenen Geschlechts? Mit welchen sprachlichen Mitteln wird Ungleichheit bzw. Dominanz im Gespräch erzeugt, und wie wird eine kooperative Gesprächshaltung kommuniziert? Diese Fragen leiten das Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit.