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Hans Peter Weber
Media ana Riten
Maske und Modell |
| ‚Die Humanwissenschaften werden nicht unmöglich, aber sie sind gehalten, das Objekt zu wechseln, ein Abenteuer, das die Naturwissenschaften auch schon kennengelernt haben’ – so Paul Veyne. Das ist die noch euphemistische Umschreibung einer der wesentlichen Konsequenzen, die Webers Media ana Riten ziehen. Mehr ins Mark einer und sei es auch schiefliegenden Denkungsart geht aber die folgende Konsequenz: „Die Unmenschlichkeit der Zukunft erlaubt es, ihre Unmöglichkeit vorauszusehen. Von einem bestimmten Grad der Unmenschlichkeit an, dem wir recht nahe sind, kann nichts mehr geschehen, was den Menschen beträfe, denn es wird kein Mensch mehr da sein. Den Nicht-Menschen, der - vielleicht - diesen Exzessen des Unmenschlichen standhalten könnte, interessiert der Mensch, der wir noch sind, nicht“ – so Guido Ceronetti. Das Angebot Webers, aus diesem dann sich einstellenden Nicht-Interesse eine sozialitätsvermittlungsrelevante Gelassenheit zu modeln, ist mehr als nur überzeugend; es ist wahrscheinlich das einzige Angebot gegenwärtigen Denkens, das sich dieser Aufgabe stellt. Da Webers Denken einen Unterschied ums Ganze evoziert, also im tiefsten Sinne des Wortes gefährlich ist, ist es sinnvoll, sich selbst als in einer morphologischen Bewegung befindlich zu denken; die ihre Zeit braucht. Die Einbrüche, die man am eigenen bisherigen Denken erlebt, das Amorphwerden als Voraussetzung eines erneuten morphologischen Durchgangs, sind in ihrem Schrecken eben dadurch aushaltbar, indem man an die Zeit denkt, durch die man noch denken muß. |
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ISBN
978-3-8288-8418-2 250 Seiten, Paperback
Tectum Verlag
2002
Preis:
25,90 € *
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