Nicholas John Williams
Das Gedächtnis Kubas
Die Revolution im Interview |
| Sozialismus vs. Marktwirtschaft, Utopie vs. Realität: Kubas Revolution und ihre Folgen polarisieren die Industrieländer, und vor allem deren Linke, bis heute. Unzählige Ansätze und Theorien wollen das Phänomen von außen deuten. Was aber sagen Zeitzeugen, wie sehen die Kubaner selbst ihr Land? Nicholas John Williams lässt sie zu Wort kommen, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der kubanischen Revolution zu erklären. Die 32 Interviews, die er auf der Insel führte, von denen eine Auswahl hier mit veröffentlicht wird, ermöglichen dem Leser vielfältige Einblicke in das Innere Kubas. Die kubanische Revolution folgte ihren eigenen Gesetzen und schuf diese aber auch selbst: Der Geburtshelfer der kubanischen Revolution war demnach ihr größter Feind, der Diktator Fulgencio Batista. Zur Stabilität hat der Revolution nicht zuletzt ihr späterer größter Gegner verholfen – die USA. Heute, über 50 Jahre nach dem Sieg der Rebellen gegen Batista, zeigen sich neue Herausforderungen, die sich eher im Generationenwechsel als in plötzlichen politischen Erdbeben äußern, und die dringend nach Antworten in politischer, ökonomischer und moralischer Hinsicht verlangen. Das vorliegende Buch will nicht unbedingt Antworten auf diese Fragen liefern, sondern vielmehr diese Fragen in anderer als der üblichen Form stellen. |
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| Nicholas John Williams
Nicholas John Williams forscht an der Universität des Saarlandes am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte bei Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Hudemann. |
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| „Insgesamt besticht Williams Arbeit nicht nur durch eine plausible und sehr gut nachvollziehbare Argumentation, sondern auch durch hohe Lesbarkeit. Inhaltlich gelingt es Williams sein Interesse an dem kubanisch-gesellschaftlichen Gedächtnis und der Entwicklung der Revolution, aber auch an der zukünftigen Entwicklung der kubanischen Gesellschaft nachvollziehbar zu machen. Seine politische Stellungnahme für mehr Freiheit und Menschenrechte unter Beibehaltung sozialer Errungenschaften, insbesondere dem Gesundheitssystem, unterscheidet sich zudem von platten Dämonisierungen, aber auch von einer unkritischen Verherrlichung der kubanischen Revolution.“ |
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Nikos Wallburger in: Gegenblende Onlinemagazin, Ausgabe 13: Januar/Februar 2012 |
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| „Nicholas John Williams’ Herangehensweise ist innovativ, weil er sich als Historiker der Methode der Oral History bedient, um die Revolution aus Sicht der TeilnehmerInnen erzählen zu lassen. [...] die Anzahl von 32 ZeitzeugInneninterviews aus den Jahren 2007 und 2008 mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen und sozioökonomischem Hintergrund, von denen einige zweimal interviewt wurden, machen das Durchstöbern der vergleichsweise kurzen, themenbezogenen Gespräche zu einem spannenden Erlebnis für die LeserInnen, die zu eigenen Interpretationen herausgefordert werden.“ |
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Andreas Hetzer in: ila Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika, Dezember 2011 |
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| „Völlig richtig bemerkt Williams gleich in den ersten Sätzen, dass eine fast unüberschaubare Fülle an Literatur zur kubanischen Revolution existiert. Dennoch gelingt es ihm, einer weiteren Betrachtung bemerkenswerte – und dezidiert keine objektiven – Einsichten abzugewinnen. Sein Ausgangspunkt ist die Frage, was die Revolution im Innersten zusammenhält. Warum kann ein Regime mit augenfälligen ökonomischen und demokratischen Defiziten überleben? Während es im Falle der DDR erst nach ihrem Untergang möglich war, dem nachzugehen, versucht Williams diese Frage sozusagen am offenen Herzen zu beantworten. Seine Analyse basiert auf einem Oral-History-Projekt, er führte auf Kuba 32 Interviews, ergänzt durch verschiedene Quellen. Williams sucht nach den Überschneidungen des persönlichen sowie des öffentlich vermittelten und auch kollektiven Gedächtnisses, angelehnt an die Konzepte von Maurice Halbwachs und Aleida Assmann. Ein Abriss der Geschichte, aufgebaut auf kubanischer Literatur, erleichtert es, die Aussagen der Interviewten einzuordnen.“ |
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Natalie Wohlleben - pw-portal.de, 3/2012 |
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