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Gerhart Pickerodt
„zerrissen an Leib und Seele“
Studien zur Identitätsfrage bei Heinrich von Kleist |
„zerrissen an Leib und Seele“ – so charakterisiert der Erzähler von Michael Kohlhaas am Ende der Novelle den Kurfürsten von Sachsen. Er liefert mit dieser Wendung das Stichwort für ein Problem, mit dem es der Dichter Heinrich von Kleist zeit seines kurzen Lebens zu tun gehabt hat: innere Widersprüche, Zerrissenheit, Unvereinbarkeit von Selbstanspruch und äußeren Zwängen, kurz: die Frage personaler Identität.
In neun Studien zu Dramen, Erzählungen, Briefen und zentralen Motiven in Kleists Werken geht der Autor Gerhart Pickerodt dieser Fragestellung nach, indem er ihre Konsequenzen auf dem Feld von Poetik, Dramaturgie und Erzählweise analysiert und dabei eine Dichtung beschreibt, die in ihrem Kern bestimmt ist durch die andauernde, aber vergebliche Suche nach einer konsistenten Ich-Identität. |
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| Gerhart Pickerodt
Gerhart Pickerodt studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie in Göttingen, wo er 1968 mit einer Arbeit über Hofmannsthals Dramen – betreut von Peter Szondi – zum Dr.phil. promoviert wurde. Danach arbeitete er als Lektor an der Sorbonne in Paris und wurde 1972 zum Professor für Neuere deutsche Literatur in Marburg ernannt. In Marburg lehrte er einunddreißig Jahre bis 2003. Jetzt lebt er in Berlin und in Südfrankreich.
Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Literatur um 1800 (Kleist, Goethe, Schiller, Forster), die Wende zum 20. Jahrhundert, die klassische Moderne sowie Fragen der literarischen Ästhetik und Poetik. Letzte Veröffentlichung: Kommentierte Ausgabe von Peter Hacks` „Moritz Tassow“ (Berlin 2011). |
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