Freedom, perhaps second only to language, is considered a defining quality of human beings. Before children can be free and autonomous adults, however, they have to be educated, which often means invoking authority to limit their freedom to prevent harmful actions and to guide them toward pursuits that educators deem beneficial. Two of the authors who questioned the use of di¬rect, adult authority in the interaction with children are J. J. Rousseau (1712-1778) and A. S. Neill (1883-1973). The alternative that Rousseau deline¬ated to conventional education in his Emile, or on Education relies mainly on devising educational situations. Neill, in contrast, founded Summerhill, a school where authority is distributed evenly among the members of the community, including children.
In this comparative study, the reader will be introduced to both authors’ lives and the development of their systems of thought, including their contradictions and hidden motivations. In their observations and reflections, both Neill and Rousseau wrestle with the assumed contradiction between human nature and civilization, which is the underlying theme of the book. In these pages, the reader will not only find intense philosophical arguments but also become alert to these authors' views about patterns of beneficial interactions with children and, perhaps even more importantly, Neill’s life-affirming conception of human nature, which can provide a model for educators who are searching for alternatives to inhumane and self-undermining educational practices.
Freiheit ist – vielleicht wirklich nur noch von Sprache übertroffen – eine den Menschen bestimmende Eigenschaft. Um diese Freiheit aber erlangen zu können, müssen Kinder erzogen und gebildet werden, was oft genug bedeutet, Autorität einzusetzen, um genau diese natürliche Freiheit wieder zu beschränken. Mit diesem grundlegenden Problem der Pädagogik (und auch der Politik) beschäftigt sich dieses Buch.
Zwei der Autoren und Pädagogen, die sich der Dynamik von Freiheit und Autorität in Erziehung und Bildung angenommen haben, sind Jean Jacques Rousseau (1712-1778) und Alexander S. Neill (1883-1973). Rousseaus Alternative zu klassischen Erziehungsmethoden baute hauptsächlich auf das Arrangieren von Situationen, die in sich selbst bildend und erziehend wirken sollen. Neill hingegen gründete mit Summerhill eine Schule, in der Autorität gleichmäßig zwischen Erwachsenen und Kindern verteilt ist.
In dieser vergleichenden Studie wird der Leser mit dem Leben beider Autoren und der Entwicklung ihrer Gedanken, einschließlich ihrer Widersprüche und versteckten Motivationen, vertraut gemacht. In ihren Betrachtungen ringen sowohl Neill als auch Rousseau mit dem vermeintlichen Widerspruch zwischen menschlicher Natur und Gesellschaft, eine Spannung, aus der das Buch seine Energie schöpft. Die Leser werden aber nicht nur auf eine philosophische Reise zu einem pädagogischen Problem mitgenommen, sondern auch mit ungewöhnlichen, aber konstruktiven Erziehungsmethoden vertraut gemacht. Am allerwichtigsten dürfte jedoch sein, dass Neills lebensbejahende Auffassung der menschlichen Natur nicht in Vergessenheit gerät, weil sie auch heute noch – so die Überzeugung des Autors – Denkanstöße für Eltern, Lehrer und Erzieher, die auf der Suche nach Alternativen zu sich selbst unterminierenden pädagogischen Praktiken sind, geben kann. |