Gunter E. Grimm
Nibelungen-Gedichte
Ein Lesebuch |
Auch wer das Nibelungenlied nicht gelesen hat, kennt doch dessen Protagonisten, den starken Siegfried, die schöne Kriemhild und den grimmen Hagen, oder hat vom Untergang der Burgunder am Hof des Hunnenkönigs Etzel gehört. Weitgehend unbekannt dagegen sind die zahlreichen Gedichte, die nach der Entdeckung des Nibelungenliedes im Jahre 1755 durch Jacob Hermann Obereit entstanden sind. Sie handeln von nibelungischen Helden und Situationen und wurden oft aus tagespolitischem Anlass geschrieben, wobei die Nibelungen als Synonym für Deutschland galten.
Gunter E. Grimm versammelt eine repräsentative Auswahl solcher Nibelungengedichte. Die Autoren stammen aus allen weltanschaulichen Lagern; darunter sind so bekannte Dichter wie Goethe und Geibel, Heine und Hebbel, Brecht und Benn. Überwog lange Zeit die politische Indienstnahme, so ist ab der Mitte des 20. Jahrhunderts der Trend zu einer eher unbefangenen Sichtweise unverkennbar. Neben Gedichten jeglicher politischen Couleur finden sich in zunehmendem Maß heitere und humoristische Verse, die mit einem ideologisch schwer befrachteten Thema spielerisch umgehen. So vermittelt die chronologisch aufgebaute Sammlung neben historischer Erkenntnis auch unbeschwertes Lesevergnügen. |
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| Gunter E. Grimm
Gunter E. Grimm, Dr. phil. habil. Prof. em. für Neuere deutsche Literatur an der Universität Duisburg-Essen. Arbeitsschwerpunkte: Literatur der Aufklärung (bes. Lessing); Geschichte der deutschen Lyrik; Literatur des 20. Jahrhunderts; Literaturtheorie; Wissenschafts- und Mentalitätsgeschichte; Deutsch-ausländische Literaturbeziehungen; Nibelungen-Rezeption; Schriftstellerinszenierungen. Publikationen: Die Hiob-Dichtung Karl Wolfskehls. Eine Interpretation (1972); Rezeptionsgeschichte. Grundlegung einer Theorie (1977); Literatur und Gelehrtentum in Deutschland. Untersuchungen zum Wandel ihres Verhältnisses vom Humanismus bis zur Frühaufklärung (1983); Letternkultur. Antigelehrtes Dichten und Wissenschaftskritik zwischen Renaissance und Sturm und Drang (1998). Herausgeber zahlreicher Sammelbände und Editionen (u. a. Lessings Werke; Herders Werke; Deutsche Italiendichtung; Deutsche Dichter. Leben - Werk - Wirkung. 8 Bde; Schriftsteller-Inszenierungen), Verfasser zahlreicher Aufsätze in Fachzeitschriften und Sammelwerken; Feuilletons, Rezensionen, Fernsehkritiken. |
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| „Nibelungen-Gedichte ist eine außerordentlich interessante Lektüre – man glaubt nicht, wer sich alles mit dem Stoff beschäftigt hat. Unter den über sechzig aufgeführten Dichtern befinden sich Goethe, Brentano, Rückert, Heine, Pocci, Hebbel, Wagner (natürlich!), Keller, Strachwitz, Dahn, Liliencron, Münchhausen, aber auch Benn, Brecht und Fühmann. Einige Autoren dichten das Nibelungenlied nach, andere kommentieren es, wieder andere verwenden es als Zitat für Huldigungen, Warnungen oder völkische Aufrufe.“ |
| Franz Schröpf, Fantasia 330e, 7/2011 |
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| „Dr. Grimm hat mit dieser außergewöhnlichen Herausgabe eine wirkliche Lücke geschlossen, da es eine solche Sammlung bislang nicht gab.“ |
| Berthold Röth, Worms 2012 - Heimatjahrbuch für die Stadt Worms |
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