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Ralf Reddmann
Leben und Geist
Gottfried Benn im Spannungsfeld von Kunstautonomie und Autonomieästhetik Literatur und Medien, Band 5
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Gottfried Benn darf wohl ohne Übertreibung als einer der reflektiertesten deutschen Dichter bezeichnet werden. Es ist sein nicht unbedeutender Verdienst in lyrischen und essayistischen Schriften die Aufmerksamkeit auf zentrale Aspekte des modernen Menschen zu lenken, die auch gegenwärtig ihre Brisanz nicht verloren und somit ihre Aktualität bewahrt haben.
Benn gelingt es, die existenzielle Verunsicherung des modernen Menschen in all seinen facettenreichen Befindlichkeiten darzustellen. Mit der Schöpfung individueller Bewusstseinslagen durch eine Trennung von Geist und Welt ruft Benn eine radikale Gegenüberstellung von Mensch und Welt, Mensch und Wirklichkeit, Mensch und Gott, aber auch von Mensch und Traum hervor. Destruktion wird zur einer schöpferischen Methode eines bewusst formenden Geistes, und schließlich wird die Kunst zu einem anthropologischen Prinzip erhoben, das in der Spätphase zu einer autonom-statischen Eigenwirklichkeit heranreift.
Das Verhältnis von Leben und Geist ist in diesem Zusammenhang ein entscheidendes Element in Benns Kunstverständnis, das Ralf Reddmann sowohl hinsichtlich seiner philosophisch-theoretischen Bedeutung als auch anhand seiner ästhetisch-produktiven Wirkung thematisiert. |
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